Archiv: Vier Geschichten zum Advent und eine zum Fest 2015

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Vier Geschichten zum Advent und eine zum Fest 2015

ARCHIV 2015:

Vier Geschichten zum Advent und eine zum Fest
von Jörg Makel, Bürgermeister der Gemeinde Nienhagen

 


16.12.2015/SG

Die vierte Geschichte zum vierten Advent am 20.12.2015

- diesmal als kleines Gedicht -

 

Irrflug eines Weihnachtsengels

Ein Weihnachtsengel flog und flog
und als er um die Ecke bog,
da war die Welt schon frühlingshaft
und die Natur im frischem Saft.
Der Mensch trug Frühlingstrachten,
und fern war schon Weihnachten.
Der Engel hatte sich geirrt
und war durchs Frühlingsland geschwirrt.

Verwundert flog er übers Land,
wo er nicht einen Christbaum fand.
Nicht zugefroren war der See,
das Land war grün, es lag kein Schnee.
In weihnachtlicher Garnitur
flog weiter er, denn er war stur
und hätte nie in seinem Leben
den Irrflug einfach aufgegeben.
Er staunte laut: “Wo ich nur bin?
Wo ist denn nur das Christkind hin?”

Bald flog der Engel ohne Pause,
er wollt’ ins Weihnachtsland, nach Hause.
Doch weil der Engel lässig war,
geriet er schließlich in Gefahr.
Er schaute nicht nach links und rechts,
flog in den Schnabel eines Spechts.
Er knallte gegen eine Eule,
mit einem Schlag, wie mit der Keule.
Das half jedoch, dass er erwachte
und dass vom Traum erlöst er lachte.
Vorbei war nun sein schräger Traum:
Er hing als Schmuck am Weihnachtsbaum.

(Alfons Pillach)

Ich wünsche Ihnen, dass an ihrem Weihnachtsbaum ganz viele Engel landen und sie begleiten durch diese wunderbare Zeit des Jahres.

Ihr
Jörg Makel
Bürgermeister

 

 


 

10.12.2015/SG

 

Die dritte Geschichte zum dritten Advent am 13.12.2015


Ganz Kind werden

Zwei Mönche hatten gelesen, dass sich das Wunder der Heiligen Nacht am 24 Dezember für jenen wiederholen werde, dem es gelungen sei, ganz Kind zu werden.
Doch so sehr sich beide bemühten, das Wunder wollte sich nicht einstellen.

Sie hatten sich vergebens in Demut geübt, sich vor den Brüdern klein gemacht, sie hatten sich nicht gewehrt, wenn sie ungerechtfertigt angegriffen wurden. Alles vergebens.

Als wieder ein Weihnachtsfest vergangen war, befragten sie enttäuscht den Abt.
Der meinte nur: " Vielleicht habt ihr das Schwerste für Erwachsene und das Leichteste für ein Kind noch nicht fertig gebracht:
ohne Hintergedanken einfach -BITTE- zu sagen."


(Aus Roland Breitenbach: "Der Schlüssel zum Himmel")

 

 

 


 

02.12.2015/SG

Die zweite Geschichte zum zweiten Advent am 06.12.2015

Das Adventlicht

Sie haben sich um den Adventkranz gesetzt. Es ist schon richtig dunkel geworden.

Papa sagt leise: "So dunkel ist es jetzt an vielen Stellen in der Welt. Zünde die erste Kerze an! Mutti fügt hinzu:"Wir zünden sie an, weil Gott uns etwas  von seinem Licht zeigen will!"

Natascha fragt: " Ist Gott denn so hell wie diese Kerze?"

"Noch viel heller" antwortet die Mutter. Oliver nickt. "Und Weihnachten brennen alle Kerzen.

Natascha fügt hinzu: " Und es wird durch sie noch wärmer!"


Das Streichholz flammt auf. Dann brennt die erste Kerze. " Seht mal, wie Nataschas Augen glänzen"  sagt Oliver.

"Deine auch,ruft Natascha  -alle unsere Augen.

"Das kommt vom Adventlicht" lächelt  Papa.

Natascha spürt Papas Arm um ihre Schulter. Sie kuschelt sich ganz eng an ihn.

"Die Kerze soll heute ganz lange brennen" sagt sie leise.


(von R.  Krenzer, Dillenburg)


Finden Sie nicht auch, dass  man sich beim Lesen dieser Geschichte diese Stimmung im Hause von

Oliver und Natascha richtig vorstellen kann?  Wahrscheinlich brauchen wir noch ganz viele Kerzen um diese

Welt überall viel wärmer erscheinen lassen zu können. Und vielleicht besinnen sich die Menschen, wenn sie an Kinder wie Natascha denken,  die mit dem Wunsch auf ein langes Brennen der Kerze sich wohl  den Frieden wünscht.


Ihr
Jörg Makel
Bürgermeister

 

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27.11.2015/SG

Die erste Geschichte zum ersten Advent am 29.11.2015

Jetzt kann Gott kommen

Ein Mann erfuhr, das Gott zu ihm  kommen wollte.

"Zu mir ?" schrie er. "In mein Haus ?"

Er rannte durch alle Zimmer, er lief die Stiegen auf und ab, er kletterte zum Dachboden, er stieg in den Keller hinunter.  Er sah sein Haus mit anderen Augen. "Unmöglich" schrie er. In diesem Dreckstall kann man doch keinen Besuch empfangen. Alles schmutzig. Er riss die Fenster auf: " Brüder, Freunde ", rief er, "Helft mir aufzuräumen - aber schnell."

Er begann, sein Haus zu kehren. Durch dicke Staubwolken sah er, dass ihm einer zu Hilfe  gekommen war. Sie schleppten Gerümpel vors Haus, schlugen es klein und verbrannten es. Sie brauchten Kübel mit Wasser, um die Fenster zu putzen. Doch der Dreck klebte überall.  "Das schaffen wir nie " sagte der Mann.  "Das schaffen wir", sagte der andere.

Sie plagten sich den ganzen Tag.

Als es Abend geworden war, gingen sie in die Küche und deckten den Tisch. "So" sagte der Mann," jetzt kann er kommen, mein Besuch, jetzt kann Gott kommen. Wo bleibt er nur? "

"Aber ich bin doch da", sagte der andere und setzte sich an den Tisch. "Komm und iss mit mir".


(von L.M.Skumaz)

 



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